Feminisierte Sämlinge

Super Boof Strain: Genetik, Terpene und Jungpflanzenkultur

Stammbaum · 5 Min. Lesezeit · 22. Oktober 2026

Sortengeschichte: Von Blockberry zum Phänotyp #28

In der Züchtungsbiologie und Sortenentwicklung von Cannabis sativa L. gibt es immer wieder Linien, die innerhalb kürzester Zeit weltweite Beachtung in der Fachwelt erlangen. Zu den bemerkenswertesten Sortenkreationen der vergangenen Jahre zählt der Kultivar Super Boof.

Die Entstehungsgeschichte dieser Genetik begann im Jahr 2019 in Kalifornien: Der Züchter Blockhead Buds kreuzte zwei Geschmackslinien und stellte das Ergebnis zunächst unter dem Namen Blockberry vor. Zu weltweiter Bekanntheit gelangte die Linie durch die Selektionsarbeit des Züchters Mobile Jay. Aus einer Population isolierte dieser den Ausnahme-Phänotyp Nummer 28. Fasziniert von der Wuchsform, der Pigmentierung und dem Terpenprofil taufte er den Klon auf den Namen „Super Boof“.

Was als selektierter Phänotyp in Fachkreisen begann, verbreitete sich rasant in Nordamerika und Europa. Im Jahr 2024 wurde Super Boof von Portalen wie Leafly als „Strain of the Year“ gewürdigt. Während die ursprüngliche Züchtung von Mobile Jay als Klon-Linie Berühmtheit erlangte, werden im modernen Gartenbau heute sowohl vegetative Stecklinge als auch daraus gezogene Sämlingslinien kultiviert, die phänotypische Nuancen im Spektrum der Elternlinien entfalten können.

Genetischer Stammbaum: Black Cherry Punch und Tropicana Cookies

Die züchterische Architektur von Super Boof basiert auf der Synthese zweier US-amerikanischer Linien:

  1. Black Cherry Punch (Mutterlinie): Diese Sorte entstand aus der Kreuzung von Purple Punch (Larry OG x Granddaddy Purple) und Black Cherry Pie. Aus dieser mütterlichen Linie bezieht Super Boof ihre kompakte Internodienstruktur sowie die genetische Veranlagung zur Akkumulation von Anthocyan-Farbstoffen. Bei kühleren Temperaturen färben sich die Blattspreiten in Violett- und Dunkeltöne.
  2. Tropicana Cookies (Vaterlinie): Ursprünglich von Harry Palms gezüchtet, vereint Tropicana Cookies die Genetik von Girl Scout Cookies (GSC) mit Tangie. Diese Linie steuert eine ausgeprägte vegetative Vitalität, Verzweigungsfreude sowie ein intensiv frisches Zitrus- und Orangenaroma bei.

Die Verschmelzung beider Linien resultiert in einer vitalen Hybride. In der vegetativen Phase überzeugt Super Boof durch kräftige Stängel, dunkelgrüne Laubblätter und gute Widerstandsfähigkeit gegenüber Umweltschwankungen.

Das Terpenprofil: Myrcen, Beta-Caryophyllen und Limonen

Das Terpenprofil von Cannabis sativa L. stellt den biochemischen Fingerabdruck eines Kultivars dar. Wie wissenschaftliche Übersichtsarbeiten im Fachjournal Molecules (u. a. Booth & Bohlmann 2020) belegen, setzt sich dieses Profil aus flüchtigen Terpenverbindungen zusammen, die in den Drüsenhaaren der Pflanze gebildet werden.

Bei Super Boof dominiert ein charakteristisches Dreiergespann:

  • Myrcen (Monoterpen): Das mengenmäßig dominierende Terpen, das dem Kultivar eine erdig-kräuterige Basisnote verleiht.
  • Beta-Caryophyllen (Sesquiterpen): Ein bicyclisches Sesquiterpen mit pfeffrigem Charakter. Beta-Caryophyllen fungiert als selektiver voller Agonist am peripheren Cannabinoid-Rezeptor 2 (CB2), ohne psychotrope Bindung am CB1-Rezeptor.
  • Limonen (Monoterpen): Ein zyklisches Monoterpen mit frischem Zitrusaroma, das dem Kultivar seine herb-fruchtige Kopfnote nach Kirschen und Orangen verleiht.

Dieses Zusammenspiel verleiht der Pflanze bereits im vegetativen Stadium ihren charakteristischen, würzig-fruchtigen Duft.

Morphologie und Wuchseigenschaften in der vegetativen Phase

Für Gärtner und Pflanzenliebhaber sind die phänologischen Eigenschaften einer Pflanze von zentraler Bedeutung:

  • Internodien und Verzweigungsdichte: Super Boof wächst im vegetativen Stadium mit moderaten Internodienabständen und bildet kräftige Seitentriebe aus. Dies begünstigt eine buschige Wuchsarchitektur.
  • Blattstruktur: Die Laubblätter zeigen die typische Hybridmorphologie: breitere Blattfinger im vegetativen Anfangsstadium mit ausgeprägter Zähnung, die sich unter optimaler Beleuchtung tief dunkelgrün ausfärben.
  • Nährstoffdynamik: In der gärtnerischen Praxis reagiert die Sorte dankbar auf ein ausgewogenes N-P-K-Verhältnis im Bereich von 3-1-2 während des vegetativen Wachstums und weist eine hohe Cal-Mag-Toleranz auf.

Vermehrung und Anzucht: Stecklinge und Sämlingskultur

Für die Anzucht und Kultur von Super Boof kommen in der botanischen Praxis sowohl vegetative Stecklinge als auch die Sämlingskultur zum Einsatz:

  1. Vegetative Kopfstecklinge: Gesunde, vegetative Triebe von 10 bis 15 Zentimetern Länge werden mit einer sterilen Klinge im 45-Grad-Winkel unterhalb eines Blattknotens abgetrennt. Sie bewurzeln in feuchter Umgebung bei 80 bis 90 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit und 22 bis 24 Grad Celsius Substrattemperatur.
  2. Sämlingsanzucht: Sämlinge entwickeln von Beginn an eine kräftige Pfahlwurzel und zeichnen sich durch hohe vegetative Wuchskraft aus. Sie bieten Gärtnern die Möglichkeit, das genetische Potenzial der Sorte von der Keimung an zu begleiten.
  3. Substratwahl und Licht: Vorgepufferte Eazy Plugs, Steinwollwürfel oder feine Anzuchterden bieten eine optimale Sauerstoffsättigung. Junge Pflanzen verlangen sanftes, diffuses Licht, um Verdunstungsstress zu vermeiden.

Sortengenetik bei Stammbaum in Wien 1150

Stammbaum in Wien 1150 führt in seinem Fachgeschäft in der Meinhartsdorfer Gasse 10/2 sowie online in der Kategorie feminisierte Sämlinge vitale Super Boof Sämlinge im vegetativen Zustand. Vor Ort sowie im Bereich Growshop erhalten Gärtner sachkundige Fachberatung zu Beleuchtung, Klimasteuerung und Pflanzenpflege.

Rechtlicher Rahmen in Österreich: Bestimmungen des SMG § 27

Die Abgabe und der Erwerb lebender Hanfpflanzen unterliegen in Österreich den gesetzlichen Bestimmungen:

Gemäß § 27 Abs. 1 Z 2 des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG § 27, BGBl. I Nr. 112/1997) ist der Anbau von Pflanzen der Gattung Cannabis mit dem Vorsatz strafbar, sich oder einem Dritten Suchtgift (THC-haltige Blüten- oder Fruchtstände) zu verschaffen.

Häufige Fragen zu Super Boof (FAQ)

Worin liegt der Unterschied zwischen Blockberry und Super Boof?

Blockberry ist der ursprüngliche Zuchtname der Kreuzung (Black Cherry Punch x Tropicana Cookies) von Blockhead Buds. Super Boof bezeichnet exakt den Phänotyp #28, der von Mobile Jay selektiert und wegen seiner Eigenschaften geschätzt wurde.

Welche rechtlichen Kriterien gelten für Hanfpflanzen nach österreichischem Recht?

Gemäß § 27 Abs. 1 Z 2 des österreichischen Suchtmittelgesetzes (SMG § 27, BGBl. I Nr. 112/1997) ist der Anbau von Pflanzen der Gattung Cannabis mit dem Vorsatz strafbar, sich oder einem Dritten Suchtgift (THC-haltige Blüten- oder Fruchtstände) zu verschaffen.

Welche Lichtverhältnisse benötigt eine vegetative Jungpflanze?

Als vegetative Pflanze benötigt ein Sämling während der Wachstumsphase eine kontinuierliche tägliche Beleuchtung, um die vegetative Phase stabil aufrechtzuerhalten.

Fazit: Ein Ausnahme-Kultivar mit botanischer Vorzeigequalität

Der Kultivar Super Boof demonstriert den Stand moderner phytogenetischer Selektionsarbeit. Das fein abgestimmte Terpenprofil aus Myrcen, Beta-Caryophyllen und Limonen gepaart mit stabiler Wuchsarchitektur macht die Sorte zu einem interessanten Anschauungsobjekt des Gartenbaus.

Als Jungpflanze bereichert Super Boof Pflanzensammlungen und ermöglicht es Gärtnern in Österreich, moderne Zuchtgeschichte im vegetativen Stadium zu studieren.

Verifizierte Quellenangaben

  • [S1] Leafly: Super Boof Strain Information and Strain of the Year 2024. Leafly Holdings Inc., Seattle, 2024. URL: Leafly.
  • [S2] SeedFinder.eu: Blockberry (Blockhead Buds) Strain Lineage and Heritage Database. 2024. URL: SeedFinder.
  • [S3] Booth J.K., Bohlmann J. (2019/2020): Terpenes in Cannabis sativa – From Plant Genome to Humans. Plant Science / Molecules 25(24): 5792. DOI: 10.3390/molecules25245792.
  • [S4] Republik Österreich: Bundesgesetz über Suchtmittel (Suchtmittelgesetz – SMG), BGBl. I Nr. 112/1997 idgF § 27. URL: RIS.
  • [S5] Caplan D., Stemeroff J., Dixon M., Zheng Y. (2018): Vegetative propagation of Cannabis sativa L. Canadian Journal of Plant Science 98(5): 1125–1132. DOI: 10.1139/cjps-2018-0038.

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