Kava - Kava
Beschreibung
Kava Kava (Piper methysticum, wörtlich „berauschender Pfeffer“) ist ein mehrjähriger Strauch aus der Familie der Pfeffergewächse (Piperaceae), dessen jahrtausendealte Kulturgeschichte eng mit den Gesellschaften Ozeaniens verwoben ist. Ursprünglich durch melanesische und polynesische Seefahrer im gesamten südpazifischen Raum verbreitet, besitzt die Pflanze auf Inseln wie Fidschi (dort als yaqona oder yagona bekannt), Vanuatu, Tonga und Samoa einen herausragenden kulturellen Stellenwert. Der Wurzelstock wird dort traditionell bei sozialen Zusammenkünften und rituellen Begrüßungszeremonien genutzt. Die Zubereitung erfolgt als kalter, wässriger Auszug, der traditionell in handgeschnitzten Holzschalen (tanoa) angesetzt und in halbierten Kokosnussschalen (bilo) als Zeichen des gegenseitigen Respekts und Friedens gereicht wird. Im pazifischen Handel und Anbau wird strikt zwischen sogenannten Noble-Kultivaren („Edel-Kava“) und nicht-noblen Sorten wie Tudei („Two-Day“) oder der Wildform Piper wichmannii unterschieden. Gesetzliche Qualitätsstandards, wie der Kava Act von Vanuatu, verbieten den Export nicht-nobler Varianten. Noble Kava zeichnet sich durch ein harmonisches Chemotypen-Profil aus, bei dem die Kavalaktone Kavain und Dihydrokavain dominieren, während unerwünschte Flavokavaine minimiert sind. Die Pflanzen gedeihen ausschließlich auf mineralstoffreichen vulkanischen Böden und benötigen eine Reifezeit von mindestens drei bis fünf Jahren Standzeit, bevor die Ernte der Wurzelstöcke erfolgen kann. Morphologisch gliedert sich der geerntete Wurzelstock in den massiven zentralen Wurzelstock (Hauptwurzel bzw. Lewena, rund 80 % des Erntegewichts) und die feinen Seitenwurzeln (laterale Wurzeln bzw. Waka, rund 20 % der Wurzelmasse). Die lateralen Waka-Wurzeln besitzen die höchste Dichte an lipidlöslichen Kavalaktonen. Da Kavalaktone nicht wasserlöslich sind, sondern in Flüssigkeit eine feine Suspension bilden, wird das getrocknete Material traditionell mechanisch geknetet oder zu mikronisiertem Pulver verarbeitet, bei dem störende Grobfasern (makas) entfernt sind. Jede Charge unseres Sortiments verfügt über chargenspezifische Laboranalysen (CoA) zur Bestätigung mikrobiologischer Reinheit und Sortenechtheit. In Österreich fällt Piper methysticum weder unter das Suchtmittelgesetz (SMG) noch unter das Neue-Psychoaktive-Substanzen-Gesetz (NPSG). Auf europäischer Ebene unterliegt Kava Kava den Bestimmungen der Novel-Food-Verordnung (EU) 2015/2283 als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel; in Deutschland hoben die Oberverwaltungsgerichte 2014/2015 frühere BfArM-Widerrufe auf, die lebensmittelrechtlichen Einschränkungen gelten jedoch EU-weit unverändert. Stammbaum bietet Kava Kava daher ausschließlich als botanisches Belegexemplar und Räucherwerk an. Interessierte finden hochwertige Wurzelproben zur wissenschaftlichen Anschauung direkt in unserem Fachgeschäft in der Meinhartsdorfer Gasse 10/2, 1150 Wien, sowie im EU-weiten Versand.
