Ethnobotanik
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Ratgeber & Wissen
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Beschreibung
Ethnobotanik ist die wissenschaftliche Disziplin, die sich mit den kulturellen, historischen und praktischen Beziehungen zwischen Menschen und Pflanzen befasst. Der Begriff wurde 1895 vom amerikanischen Botaniker John William Harshberger geprägt, doch die dokumentierte Auseinandersetzung mit der menschlichen Nutzung von Pflanzen reicht bis in die Antike — Pedanios Dioskurides beschrieb bereits im ersten Jahrhundert n. Chr. in seiner Materia Medica über 600 Pflanzen und ihre Verwendungen. Heute verbindet die Ethnobotanik Methoden der Botanik, Anthropologie, Pharmakognosie und Ökologie, um traditionelles Pflanzenwissen zu dokumentieren, bevor es mit den Kulturen, die es tragen, verschwindet. In unserem Geschäft in der Meinhartsdorfer Gasse 10, Wien 1150, bildet diese wissenschaftliche Perspektive den Rahmen für ein Sortiment, das Pflanzen und Pflanzenprodukte aus verschiedenen ethnobotanischen Traditionen weltweit zusammenführt. Einen Schwerpunkt legt unsere ethnobotanische Abteilung auf Mitragyna speciosa (Kratom) aus Südostasien, von dem wir drei Blattfarbenvarianten — grün, weiß und rot — aus Borneo anbieten. Ergänzt wird dies durch Kanna (Sceletium tortuosum), eine sukkulente Pflanze aus der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae), die in den Trockengebieten Südafrikas heimisch ist und von den San und Khoikhoin seit Jahrhunderten gesammelt und fermentiert wird. Der Blaue Lotus (Nymphaea caerulea), eine Seerosengewächsart des Nils und ostafrikanischer Gewässer, spielte eine prominente Rolle in der altägyptischen Ikonografie und wurde auf zahlreichen Grabbeigaben und Wandmalereien dargestellt. Kava-Kava (Piper methysticum), ein Pfeffergewächs von den pazifischen Inseln — insbesondere Vanuatu, Fidschi und Samoa — wird aus der Wurzel gewonnen und hat in den Gesellschaften Ozeaniens einen zentralen zeremoniellen und sozialen Stellenwert. Die Pilz-Sektion umfasst Amanita muscaria (Fliegenpilz), einen der ikonografisch bedeutendsten Pilze der europäischen und sibirischen Volkskultur, sowie verschiedene Vitalpilzarten wie Reishi (Ganoderma lucidum), der in der Traditionellen Chinesischen Medizin als Lingzhi seit mindestens 2.000 Jahren dokumentiert ist, und Löwenmähne (Hericium erinaceus). Aus Mittel- und Südamerika stammen Pflanzen wie Salvia divinorum, ein Lippenblütler aus der Sierra Mazateca in Oaxaca, Mexiko, der erstmals 1939 vom Anthropologen Jean Bassett Johnson beschrieben wurde. Das Sortiment richtet sich an Sammler, Botanik-Interessierte und alle, die sich für die kulturelle Dimension der Pflanzenwelt interessieren. Eine persönliche Beratung erhalten Sie in Wien 1150.











